Das Wohnungslosennachtcafe - gefördert von der Stadt Dresden

Was Ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan. Math. 25 / 40

Die Nachtcafes der Dresdener Kirchen sollten vom 01.11.2019 bis zum 31.03.2020 von abends 20:00 bis früh 07:00 Uhr, in der nunmehr 24. Saison,  an folgenden Orten geöffnet sein. Doch Corona hat die Saison zur Verkürzung gezwungen.

Montag: Ev. Dreikönigskirche, An der DKKirche 12, Tel: 8985130  Neustadt

Dienstag: Ev.Gemeinde, H. Seidel Str. 3, Tel: 2515332  Laubegast

Mittwoch: Kath. Pfarrei Hl. Familie, Meußlitzer Str. 108, Tel: 2013235  Kleinzschachwitz

Donnerstag: Ev. Gemeinde, Grundstr. 36, Tel: 2150050  Loschwitz

Freitag: Ev. Zionsgemeinde, Bayreuther Straße 28, Tel: 4717060  Plauen

Samstag: Ev. Meth. Gemeinde, Hühndorfer Str. 22, Tel.: 4207325  Cotta

Sonntag: Kath. Pfarrei St. Petrus, Dohnaer Str. 53, TeL: 270390  Strehlen

Rückblick auf die Saison 2019 / 2020

Alles verloren – aber nicht den Anstand und die Würde

Eine Meldung aus Wien sorgte Anfang des Jahres 2012 für große Schlagzeilen:
„Ein Obdachloser aus Wien hatte alles verloren: Seinen Job, seine Familie, sein Geld – und zuletzt seine Wohnung. In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr fand er in der Wiener Fußgängerzone ein kleines Päckchen. Inhalt: 7000.- €uro! Was tat der Obdachlose? Er brachte das Geld zum Fundbüro. Und bekam nicht einmal Finderlohn für seine Ehrlichkeit…Als man ihn fragte, warum er das gefundene Geld nicht für sich behalten habe, sagte er: „Wissen Sie, ich habe in meinem Leben alles verloren: Meine Arbeit, meine Familie, mein Geld, meine Wohnung. Aber eines habe ich nicht verloren: Meinen Anstand!“                                                     

Das ehrliche, anständige Verhalten dieses Obdachlosen hat viele Wiener stark beeindruckt. Als Folge auf dieses Ereignis war für diesen Obdachlosen eine Spendenaktion angelaufen.

Alles verloren…

Auch wir können in unserem Leben alles verlieren: Unseren Besitz, unsere Gesundheit, liebe Menschen. Und sogar unser eigenes Leben! Alles, was wir „haben“, ist uns geschenkt und für eine kurze Zeit „geliehen“. Irgendwann müssen wir es zurückgeben an unseren Schöpfer. Jesus selber hat am Ende seines kurzen Erdenlebens alles verloren – zumindest irdisch gesehen. Beeindruckend jedoch ist, wie er das tut: Im letzten und tiefsten Vertrauen auf Gott, seinen Vater: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“ sagt er noch sterbend am Kreuz. Es gibt - wie Jesus - Menschen, die in ihrem Leben alles verlieren, und dennoch etwas bewahren von dem, was mehr ist als irdisches Gut: Glaube, Hoffnung, Vertrauen, Würde, Liebe und Anstand.                                       Dietrich Bonhoeffer beispielsweise, der als Vertreter der „Bekennenden Kirche“ mutig gegen die Nazis Widerstand geleistet hat, betete noch wenige Augenblicke vor seinem gewaltsamen Tod durch den Strang: „Vater, gib deinen Dienern jenen Frieden, den ihnen diese Welt nicht geben kann.“

Alles verlieren, um alles zu gewinnen…                                                                                                               „Wer glaubt, wird selig.“ So lautet der Titel eines lesenswerten Buches von Pater Karl Wallner (OCis). Er will uns damit Mut machen zu einem Glauben an Jesus Christus, der uns Gelassenheit und Frieden schenken will, auch dann, wenn wir „alles verlieren um seinetwillen.“ Denn am Ende unseres Lebens werden wir „alles gewinnen“: Das ewige Leben und den Frieden bei Gott! Dieser Glaube und diese Hoffnung kann auch uns helfen, mit Anstand und froher Zuversicht durch dieses Leben zu gehen.                                                                                            

Alles gegeben, vieles gewonnen...                                                                                                                               In der zu Ende gegangenen 24. Dresdner Ökumenischen Nachtcafesaison haben wieder viele Gemeindemitglieder bewiesen, daß sie ein großes Herz für die Ärmsten  unserer Stadt Dresden haben.  In unserer Pfarrei fand das NC zum 20. Male statt.  An den 135 NC - Einsätzen beteiligten sich in unserer Pfarrei 52 verschiedene Ehrenamtliche. Von einem bis zu 9 Einsätzen wurden in der zurückliegenden Saison von den einzelnen Helfern geleistet, die wieder vorrangig aus unserer Gemeinde, aber auch aus der ev. Stephanusgemeinde, den Gemeinden   Johannstadt und Striesen die zu unserer VG gehören und aus dem nahen Wohngebie twaren,. Die Studenten der Katholischen Studentengemeinde beteiligten sich vorrangig am Nachtcafe in der Zions- gemeinde, die in enger Nachbarschaft zum UNI–Campus liegt  Bis zu 28 Wohnungslose, bei einem sehr hohen Anteil von Ausländern,  waren an den 21 Abenden /Nächten in unseren Pfarrräumen zu Gast. Unterstützung erhielten wir bei der Versorgung der wohnungslosen Gäste wieder von Bäckerei Matzker, Partyservice Höfer, Wäscherei Luby,  Henkel Düsseldorf, den Dresdner Hotels: Hilton Dresden,  The Westin Bellevue Dresden, Gewandhaus-Hotel Dresden, Holiday Inn Express Dresden City Centre, The Westin Bellevue Dresden, The Westin Bellevue Dresden, Steigenberger Hotel de Saxe, Relais & Chateau Hotel Bülow Palais, Pullman Dresden, Intercity Hotel, Taschenbergpalais Kempinski Dresden, Hotel Elbflorenz Dresden, Hotel Schloss Eckberg und  Leonardo Hotel Dresden Altstadt .                                                                                                                                                     Allen ehrenamtlichen Helfern und allen, die durch ihr Gebet bzw. ihre Spenden zum Gelingen der Nachcafesaison beigetragen haben sei hiermit ein herzliches DANKESCHÖN, bzw. ein  „Vergelt´s Gott“ gesagt.

Wir hoffen, dass Sie auch in der nächsten NC-Saison 2020 / 2021 wieder so zahlreich ihre Liebe und Zeit den Ärmsten unserer Stadt schenken werden. Ja, ohne Ihr Mittun ist diese Aufgabe nicht lösbar. Bei Matthäus 25, 40 lesen wir: “Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.  

Leider mußten wir unsere Nachtcafes wegen des Coronavirus bereits am 14.03.2020 schließen. Im letzten NC haben wir unseren Gästen noch Tipps und Hinweise gegeben wo sie sich in den darauffolgenden Tagen / Nächten hinwenden können um evtl. benötigte Hilfe zu erhalten.

Michael Laske

NC-Koordinator

 ALLES VERLOREN

Der Heinz von der Domplatte - war ein Leben lang Elektromonteur

Firma pleite, Frau weggelaufen - alles lief quer.

Nichts mehr zu retten, Finanzamt am Hals,

keinen Pfennig in der Tasche

Nicht aufgepasst, ausgerastet - heute hängt er an der Flasche.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Katharina die "Krumme" - mit ihren 45 Jahren,

keine Zähne im Mund und fettige, strähnige Haare.

Haushalt gemacht, Kinder groß gezogen, Kindergeschrei,

niemals ein Dank, ein Tritt in den Hintern und alles vorbei.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Immer noch Hoffnung - mit dem Rücken zur Wand,

ein bißchen Respekt - vielleicht eine helfende Hand.

Menschen sind Menschen, egal, was sie sind oder haben.

 

Alles verloren - keine Wohnung - keine Arbeit - kein Geld.

Sie nennen sich "Berber" - verachtet vom Rest der Welt.

Dabei liegt das Schicksal nicht immer in den eigenen Händen.

ganz schön fertig - heißt noch lange nicht am Ende!

 

Text: Roger / Angelika

Im Original:

Dä Hein vun dr Domplaat - wor e Levve lang Elektromontör, ...

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Aktualisiert: 20.03.2020

M. Laske