Ausfahrten unseres Kreises 87

Fahrt zur Orgelbaufirma Eule nach Bautzen

Wie entsteht die „Königin der Instrumente“?

Wer im Dresdner Kulturpalast schon einmal die neue Orgel sehen oder gar hören konnte, ist sicher daran interessiert, wer so etwas bauen kann. – Orgelmusik ist für uns Gottesdienstbesucher oft alltäglich. Eigentlich ist sie immer ein Geschenk!

Mit dem Kreis 87 und einigen weiteren Gemeindemitgliedern fuhren wir am 17. Oktober 2017 nach dem Gottesdienst mit dem Bus bei strahlendem Sonnenschein durch eine berauschende Herbstlandschaft nach Bautzen zur Firma Hermann Eule Orgelbau.

1872 gründete Hermann Eule das Unternehmen. Seitdem ist es über Generationen in der Familie weitergetragen worden. Selbst durch die DDR-Zeit. Da erfolgte selbstverständlich eine Verstaatlichung, aber Ingeborg Eule blieb Geschäftsführerin (1972-1990). Sie führte 1990 mit 67 Jahren als „Jungunternehmerin“ die Firma wieder in Privatbesitz über. Im Jahr 2006 konnte sie endlich die Geschäftsleitung an ihre Enkeltochter Anne-Christin Eule und deren Ehemann übergeben.

Zurecht nenn man die Orgel die „Königin der Instrumente“. Ihre Herstellung erfolgt zu einem hohen Anteil in sehr aufwendiger Handarbeit. In der Firma Eule arbeiten momentan 45 Mitarbeiter. Sie haben eine große handwerkliche Fertigkeit, arbeiten mit Präzision, Liebe und Geduld. Bewundernswert! Der Neubau von Orgeln und die Restauration historischer Orgeln werden gleichwertig und mit hoher Klangpalette in der Firma durchgeführt. Der größte neue Orgelbau in der letzten Zeit entstand für die Nikolaikirche in Leipzig. Momentan wird neben anderen Aufträgen die große Orgel im Bautzener Dom restauriert. Auch Konzertorgeln wurden gebaut, z.B. für den Konzertsaal in St. Petersburg, das Mozarteum in Salzburg und den Kulturpalast in Dresden.

Die Besichtigung der Orgelbaufirma Eule war eine große Bereicherung für alle Teilnehmer. Danke dafür!

Brunhilde Dinter

 

 

30-jähriges Bestehen des Kreises 87

Die Jahresfahrt nach Kirchmöser/Brandenburg vom 15.05.-17.05.2017

Aus Anlass unseres Jubiläums unternahmen wir eine große Ausfahrt, die uns nach Kirchmöser führte. Die Fahrt im gemieteten Bus begann Montag früh um 8 Uhr vor unserer Kirche, nachdem uns Pfarrer Gehrke den Reisesegen gespendet hatte, und sie endete pünktlich zum Mittagessen im Caritasheim „St. Ursula“ des Bistums Magdeburg. Das Haus liegt direkt am Möserscher See, den wir nach dem Essen ausgiebig erkunden konnten.

17 Uhr feierten wir mit Diakon Herrn Kiesig einen Wortgottesdienst. Unser  Leitungsteam hatte den GD vorbereitet und so entzündeten wir für jedes verstorbene Kreismitglied eine Kerze und gedachten ihrer im Gebet. Es war eine überraschend große Zahl, aber wir sind eben auch schon eine lange Zeit gemeinsam unterwegs...

Nach dem Abendessen erzählte die Leiterin des Hauses, Frau Kriesel, etwas aus der Geschichte des Hauses. Ihre Mitarbeiterin plauderte unterhaltsam aus der Geschichte des Ortes Kirchmöser, der inzwischen ein Stadtteil Brandenburgs ist. Auch der Diakon trug Heiter-Besinnliches zur Unterhaltung bei. Der Rückblick von Uschi Ullmann brachte viele Erinnerungen aus den vergangenen Jahren. Eine Kette von Kerzen erinnerte an schöne und traurige Ereignisse. Der Abend klang fröhlich bei Wein und Gesang aus.  

Am Dienstag nach dem Morgenlob in der wunderschönen, kleinen Kapelle und einem guten Frühstück brachte uns der Bus, auf den wir allerdings etwas warten mussten, nach Brandenburg, wo uns eine kompetente Stadtführerin bereits erwartete. Das  Stadtgebiet wird durch mehrere Seitenarme der Havel und von Kanälen durchzogen, so dass sich einige Inseln bilden. Die älteste Kirche der Stadt, die Katharinenkirche (siehe oben), gilt als Wiege der Mark Brandenburg. Sie befindet sich fast am Markt auf der Neustädter Insel. Die dreischiffige Hallenkirche hat uns besonders durch den weiten Raumeindruck begeistert.                   

Der Dom St. Peter und Paul (siehe links), der einst die Kathedrale des Bistums Brandenburg war, liegt auf der Dominsel. Dieser erste gotische Backsteinbau der Stadt enthält viele mittelalterliche Schätze von denen einige auch im Hauptschiff und der Krypta zu sehen sind. Da der Baugrund des Doms auf einer Insel sehr problematisch für die Statik des Baues war und ist, hatte schon im 19. Jahrhundert Preußens Baumeister Karl Friedrich Schinkel einige Rettungs- und Umbaumaßnahmen unternommen, die allerdings zum Teil um 1960 wieder rückgängig gemacht werden mussten. Inzwischen wurde eine umfassende Sanierung durchgeführt.

Nach einem guten Mittagessen in der "Remise" erlebten wir die Stadt vom Wasser aus. Es ging durch Kanäle zum Kleinen und Großen Beetzsee. Bei Kaffee und Kuchen und den vielen schönen Eindrücken verging die Zeit viel zu schnell. Wer gut zu Fuß war, fand nach dem Anlegen noch Zeit zum alten Rathaus und dem davor stehenden beeindruckend großen Roland zu spazieren. Interessant waren auch die vielen Mopsfiguren (siehe links), die wir beim Gang durch die Stadt immer wieder begegneten und die an den in Brandenburg geboren Humoristen Loriot erinnern sollen.

Nach dem Abendessen begann die große Erinnerungsschau: Erhard Löper hatte aus vielen Filmen, die er in den vergangenen Jahren vom Kreis 87 gedreht hatte, einen Erinnerungsstreifen zusammengestellt. Leider sahen wir das Video aus technischen Gründen als Stummfilm. Das machte der Freude keinen Abbruch, denn mit großem Gelächter erinnerten sich alle an die verschiedensten Erlebnisse, die uns verbunden haben. Es war der richtige Zeitpunkt, ohne Wehmut Rückschau zu halten. Wir sind alle älter geworden, und die Kräfte nehmen ab, aber wir werden den Kreis 87 fortführen, wenn auch ohne weitere Ausfahrten.

Dann kam das große Dankeschön für die Mühe, die sich so viele aus unserem Kreis immer wieder machten. Besonders aber sei dabei an Ursula und Siegfried Klemm, Helga Zimmermann, Dorothee Schmidt und Dieter Gay gedacht, die uns diese letzte wunderschöne Ausfahrt ermöglicht haben. Ich glaube, dass kaum einer ermessen kann, welche Mühe hinter dieser Organisation steckt.

Der Mittwochmorgen brachte schon den Abschied von Kirchmöser. Nach Morgengebet und Frühstück fuhren wir heimwärts mit Zwischenstopp in Wittenberg, wo wir uns bei "Tante Emma" stärken und in der ziemlich gefüllten Stadt umsehen konnten. Das Lutherjubiläum lockt in diesem Jahr besonders viele Touristen an. Auch wir besichtigten noch die imposante Stadtkirche, die "Wiege der Reformation" und die Schlosskirche, die durch den Thesenanschlag berühmt geworden ist sowie die Cranachhöfe.

Am späten Nachmittag kamen wir wohlbehalten und mit dem Gefühl der Freude über das Erlebte und der Dankbarkeit gegenüber den Organisatoren wieder in Kleinzschachwitz an.                                        

Bildquellen: Katharinenkirche und Dom: Mathias Krumbholz - Eigenes Werk

 

Jahresfahrt 10. - 12. Mai 2016 nach Sohland/Spree

Maienausfahrt ins Oberlausitzer Bergland

Vom 10. bis 12. Mai 2016 genossen 35 Mitglieder des Kreises 87 bei schönstem Wetter Landschaft, Kultur und Gemeinschaft. Leider war der Genuss dieser Tage dadurch getrübt, dass zwei Mitglieder unseres Kreises wegen eines Autounfalls nicht in Sohland angekommen waren. Zum Glück geht es den beiden inzwischen wieder gut, wobei unsere intensiven Gebete und Segenswünsche sicher geholfen haben.

Von unserem guten Landhotel „Waldschlösschen“ in Sohland an der Spree unternahmen wir interessante Ausflüge in die Umgebung.

Am Vormittag des 10. Mai kletterte die Vorhut zur leider geschlossenen Volks- und Schulsternwarte „Bruno-H.-Bürgel“ hinauf. Die Mühe des Aufstiegs aber wurde entlohnt, denn auch außerhalb der Sternwarte konnten wir viel Interessantes über unser Sonnensystem erfahren. Mich faszinierte z.B., dass im Sonneninneren eine Temperatur von 16.400.000 oC herrscht  und wir so ganz zuverlässig und ohne Liefervertrag mit Wärme versorgt werden.

Am Nachmittag wanderten wir zum Stausee von Sohland. Das helle Maiengrün leuchtete im Sonnenlicht und begeisterte uns. Es ging entlang des Dorfbaches, den die Himmelsbrücke aus dem 18. Jahrhundert überspannt und in dessen Bett vor der Flussregulierung die Spree einmal geflossen ist. Mit einem schönen Blick auf den Stausee schmeckten dann Kaffee, Kuchen oder Eisbecher besonders gut.

Der Abend stand unter dem Thema „Ökumene“. Mit Kaplan Sebastian Eisner aus Schirgiswalde hatten wir einen sehr kompetenten Referenten. Er stammte aus einer aktiven protestantischen Familie, die sicher mit Verwunderung seinen Werdegang zum katholischen Priester verfolgt hat. Bei seinem Studium in Münster fand er Kontakt zur Katholischen Studentengemeinde. Die Augustiner-Chorherren aus Klosterneuburg und die alle Sinne ansprechende Liturgie bestärkten seinen Wunsch zum Priestertum. Nach Gesprächen mit dem damaligen Dresdner Generalvikar Konrad Zdarsa wurde er 2007 in Dresden zum Priester geweiht. Kaplan Eisner engagiert sich besonders in der Pastoraltheologie. Wir alle haben uns sehr über einen so frischen, jungen Kaplan gefreut und diskutierten bis zur Schlafenszeit über die vielen Facetten der Ökumene.

Der nächste Tag führte uns per Bus über Schirgiswalde (mit Besichtigung der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt) nach Cunewalde, wo wir die mit 2.632 Sitzplätzen größte evangelische Dorfkirche Deutschlands (1781 bis 1793) besuchten. Apostelfiguren (1450) und Kanzel (1656) stammen aus der Vorgängerkirche. Besonders hervorzuheben ist die Cunewalder Lichterpyramiden-Christnacht: Zu den vielen strahlenden Pyramiden erklingt das Chorwerk "Hosianna" des Herrnhuter Komponisten Christian Gregor. Vom wunderschönen Klang der Reiß-Orgel von 1840 konnten wir uns während der Führung auch selbst überzeugen. Wir hörten Werke von Bach, Buxtehude u.a. Anschließend besichtigten wir den Umgebindehäuser-Park mit seinen originalgetreuen Modellen (Maßstab 1:5) von Häusern der Umgebung. Nach dem Mittagessen im Deutschen Haus fuhr uns der Busfahrer ins Sonnenuhrendorf Taubenheim und nach einem interessanten Spaziergang von einer Sonnenuhr zur anderen fuhr er uns noch als Sonderleistung durch alle Ortsteile von Sohland.

Am Abend wurde fröhlich gefeiert, wobei die Jubilare des letzten Jahres den Wein spendierten.

Der dritte Tag begann vor dem Frühstück mit einer Morgenandacht in der evangelischen Kirche Sohlands. An dieser Stelle gilt ein großes Dankeschön dem Ehepaar Klemm, das wie immer eine würdige und zum eigenen Beten anregende Andacht vorbereitet hatte.

Nach dem Frühstück sagten wir dem gastlichen Hotel adieu und fuhren zur Spreequelle unterhalb des Kottmar in Eibau. Nicht nur in den Kirchen, auch hier wurde wieder fleißig gesungen.

In einem Dreiseitenhof von Eibau, dem  Faktorenhof, nahmen wir in der sanierten Scheune ein rustikales Mittagessen ein. Das Herrenhaus  beherbergt die Tourismusinformation, das Standesamt sowie das Heimat- und Humboldt-Museum. Gerne hätten wir noch das Museum besucht, aber der Abschied nahte. Es waren drei interessante und erholsame Tage, wofür wir allen Organisatoren ganz herzlich danken.    

                          

Jahresfahrt 5. - 7. Mai 2015 nach Neuhermsdorf

Nun will der Mai uns grüßen... wir ´87er taten es auch

Durch blühende Landschaften mit gelben Rapsfeldern fuhren 38 Senioren unseres Kreises ins Wander- und Sporthotel Neuhermsdorf bei Altenberg. Aus dem alten Bahnhof der längst stillgelegten Bahnstrecke Freiberg-Most und dem späteren Bahnferienheim entstand hier ein schmuckes Hotel mit eigener Loipe und einer schönen „Hochzeitsallee“. Dort pflanzen seit über 10 Jahren Paare anlässlich Ihrer Eheschließung Bäume. Der rührige Wirt präsentierte uns sein Bahnmuseum, erzählte Interessantes zur Bahngeschichte und zeigte uns den restaurierten Salon, wo der letzte sächsische König empfangen wurde. Mir gefiel besonders der alte Fahrkartenautomat. Abends spielte zur Freude der Tänzer ein böhmisches Duo zum Tanze.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus und unter der Führung einer tschechischen Reiseleiterin über Zinnwald nach Dubi (Eichwald), wo wir die Porzellanfabrik besuchten. Anders als in Meißen wurde hier ein Verfahren entwickelt, um das Zwiebelmuster im industriellen Druckverfahren herzustellen. Dieses Porzellan wurde seit dem Jahr 1885, zuerst mit der Bezeichnung MEISSEN und ab 1956 unter dem Namen ZWIEBELMUSTER ausgeliefert. Die Firma in Dubi reiht sich unter die 4 Weltproduzenten ein, die die sogenannte Unterglasurtechnologie in der alten Tradition bewahrt.

Mit unserem Bus ging es dann weiter zum 1191 gegründeten Zisterzienserkloster in Ossegg. Die Klosterkirche Maria Himmelfahrt, ursprünglich eine romanische Basilika, entstand in den Jahren 1207-1220. Die Barockisierung erfolgte 1712-1718. Gotisches Aussehen wahrten nur der Kapitelsaal und der Kreuzgang. Die Klosterkirche hat reiche Stuck- und Bildhauerverzierungen, barockes Chorgestühl und zwei Orgeln. Die hier stattfindenden Konzerte werden auch von Dresdnern gern besucht. Von  1945 bis 1991 waren hier zuerst 300 Mönche und später Nonnen inhaftiert. In den letzten Jahren wurde viel restauriert, um den alten Glanz der Klosteranlage wieder herzustellen, hat man jedoch noch viel zu tun.

Anschließend  fuhren wir über Duchcov (Dux) mit Barbarakirche und Casanovakapelle nachTeplitz zu einem Stadtrundgang. In der Kurbadstadt befinden sich die ältesten böhmischen Thermalquellen. Der Geschichte nach wurden die Quellen von einem Hirten entdeckt, der diese für sein Vieh nutzte. Später entstand daraus ein sehr mondänes Kurbad mit heilenden Radonbädern. Sie wurden auch schon von Beethoven und Goethe zur Kur genutzt. Weiter ging's nach Krupka zur Wallfahrtskirche Mariaschein. Auch Mariaschein diente nach dem II. Weltkrieg als Gefängnis für Geistliche, vor allem für Jesuiten. Hier besichtigten wir die Wallfahrtsbasilika mit ihrer sehr schönen Kanzel und der Orgel und sangen unsere Marienlieder.

Zum Hotel zurückgekehrt zeigte uns Pfarrer Brendler Dias von verschiedenen Moldau-Klöstern, die er während seiner Rumänienreisen aufgenommen hatte. Die ikonographische Aussage der außen an den Kirchenwänden angebrachten Bilder wurde musikalisch vom „Hymnos Akáthistos“ unterstützt.

Am letzten Tag blieben wir im Lande und besichtigten die evangelische Kirche in Pretschendorf. Sie wurde 1732/33 für 1227 Gläubige erbaut. Die Frömmigkeit der damaligen Bevölkerung beeindruckte uns genauso wie die in hellem Cremeweiß gehaltenen Kirche selbst mit ihren drei Emporen, dem Kanzelalter (lindgrüne, mit goldenen Blättern verzierte Tulpenkanzel) sowie die schön gestaltete Orgel.

Zum Abschied speisten wir in STRACOS-Erlebniswelt und kennen nun die Trends bei den Schnitzern.

 

Jahresfahrt 6. - 8. Mai 2014 nach Jauernick ins Hirschberger Tal / Niederschlesien

"Erbitte Gottes Segen für Deine Arbeit, aber verlange nicht auch noch, dass er sie tut!"

Das Ziel der diesjährigen Jahresausfahrt des Kreises 87 war Jauernick an der polnischen Grenze. Im St. Wenzeslausstift verlebten wir eine Zeit, an die sich bestimmt alle 32 Teil­nehmer gern zurückerinnern werden. Zum Einstimmen auf den Tag war in der Kapelle des Hauses ein Morgenlob vorbereitet worden. Es wurde an zwei Tagen in eine Heilige Messe integriert, die wir zusammen mit Pfarrern eines Weihejahrganges (darunter der vielen bekannte Pfarrer Bautz) feiern konnten. Wir beteten für ein gutes Gelingen des Tages. Unsere Bitten wurden erhört, Gott gab uns seinen Segen. Dabei muss man aber feststellen: Wir haben es ihm auch leicht gemacht und ihn, soweit es in unseren Möglichkeiten lag, unterstützt. Das Jahresleitungsteam des Kreises 87 (Ursula und Siegfried Klemm, Dorothea Schmidt und Helga Zimmermann) hatten alles perfekt vorbereitet. Das Programm war anspruchsvoll und abwechslungsreich, wobei auch unterschiedlichen körperlichen Möglichkeiten der Teilnehmer berücksichtigt wurden. Keiner wurde überfordert!

Viele Faktoren trugen zum Gelingen der Tage bei: Die Unterstützung durch den Leiter des Wenzeslausstiftes, Herrn Rudolph und seine engagierten Mitarbeiter, die sehr gute Verpflegung, die teils recht originellen Zimmer und das seit Jahren herzliche Verstehen aller 87'er. Gefreut haben wir uns auch über einen Abendbesuch unseres Pfarrers in Jauernick. An allen Tagen konnten unsere Autos stehen bleiben, denn die Fahrten wurden in komfortablen Reisebussen unternommen. Jeder konnte stressfrei die schöne Frühlingslandschaft und die Sehenswürdigkeiten genießen. Bemerkenswert und nicht selbstverständlich waren die kompetenten, freundlichen und unaufdringlichen Reiseführer. Die Tage waren reich an Erlebnissen, Informationen und Eindrücken. Daher sind nur Kurzfassungen der Tagesprogramme möglich.

Am ersten Tag besuchten wir das Kloster Marienthal. Hier wurde uns wieder einmal das entsagungsreiche, gottgeweihte Leben der Nonnen vor Augen geführt. Besonders beeindruckend waren ihre Anstrengungen und der aufopferungsvolle Einsatz beim Beseitigen der Hochwasserschäden von vor vier Jahren. Da die Kirche immer noch nicht genutzt und damit auch nicht gezeigt werden konnte, haben wir am Abend noch eine Führung durch die Stiftskirche in Jauernick, ein über 1000 Jahre altes Bauwerk mit einer sicher einmaligen imposanten Friedhofsmauer, in das Programm aufgenommen.

Der zweite Tag war ausgefüllt mit einer Fahrt nach Niederschlesien, ins Hirschberger Tal. Wir erfuhren, wie geschichtsträchtig, kulturell und landschaftlich abwechslungsreich diese Region ist. Es war eine lebendige Einladung, auf unser Nachbarland näher zu schauen. Im Miniaturpark Schmiedeberg war in konzentrierter und anschaulicher Form zu sehen, wie viele Objekte, also Schlösser, Burgen und Herrenhäuser bereits instand gesetzt wurden bzw. noch auf die Renovierung warten. Es sind die gleichen Probleme wie bei uns zu Hause, alles eine Frage des Geldes und der Zeit! Sehr gut gefallen hat uns die angenehme Atmosphäre bei unseren Pausen (Mittagessen im Schloss Lomnitz und Kaffeetrinken in Bad Schwarzbach). Bei dieser Fahrt durch das Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland wurde mancher an Urlaubsreise in DDR-Zeiten bzw. an seine Kindheit erinnert. Wer glaubte, die Stadt Görlitz sehr gut zu kennen, wurde am dritten Tag bei einer Stadtrundfahrt mit dem "Stadtschleicher" eines besseren belehrt. Zum Beispiel haben die Erläuterungen der Sonnenorgel in St. Petri mit ihrer Vielzahl von musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten beeindruckt. Selbstverständlich gehörte auch der Besuch des Heiligen Grabes zum Tagesprogramm.

Am letzten Tag wurde in die Heimfahrt der Löbauer Berg mit dem gusseisernen Turm integriert.

Fester Bestandteil der Jahresausfahrten war auch in diesem Jahr das gesellige Beisammensein an den Abenden. Erhard Löper erinnerte mit einem Videovortrag an Naundorf im vergangenen Jahr. Für dieses jährliche Engagement erhielten er und Brunhilde Altmann in feierlicher Form den Wanderpokal "Lora" überreicht. Geburtstagsjubiläen wurden gewürdigt, wobei sich die Geehrten unaufgefordert mit einem Sektumtrunk bedankten.

Beim Abschied stellten wir übereinstimmend fest: Anfangs waren alle hoffnungs- und erwartungsvoll und am Ende voller angenehmer Erinnerungen und herzlicher Dankbarkeit.

 

Jahresfahrt 1. - 3. Mai 2013 nach Naundorf/St.Ursula

Am 1. Mai um 15 Uhr haben wir hier gemeinsam mit unserer Gemeinde eine Maiandacht gefeiert.

Außerdem besuchten wir in froher Runde das Robert-Sterl-Haus und die Azaleenschau im Zuschendorfer Landschloss, wir haben kurze und längere Spaziergänge unternommen und freuen uns  schon auf die Fahrt nach Jauernick / St-Wenzeslaus-Stift im nächsten Jahr.

 

Jahresfahrt 8. - 10. Mai 2012 nach Johanngeorgenstadt

Vom Pferdegöpel zur Annenkirche

Dieses Jahr feiert der Kreis ´87 sein Silberjubiläum. Die Gründung lag also im  vorigen Jahrtausend! Das klingt gewaltig. Doch jung geblieben nahmen 29 Mitglieder an unserer alljährlichen Dreitages-Ausfahrt, die diesmal nach Johanngeorgenstadt führte, teil.  Im Christlichen Erholungshaus fanden wir unser Quartier. Wegen der Größe unserer Gruppe musste „aufgebettet“ werden. Einige schliefen in der gegenüber liegenden Pension bzw. in zwei Ferienwohnungen.

Die Gemeindemitglieder der „Johannstadt“ begrüßten uns zur Maiandacht in ihrer Pfarrkirche. Herr Pfarrer Groth war am Abend unser Gast. Sein Thema: „Religion in der Region“ war sehr interessant und im anschließenden Gespräch merkten wir, dass wir Dresdner doch eine sehr „milde“ Diaspora erleben.

Mit dem Kanon: „Wo Zwei oder Drei in meinem Namen versammelt sind…“ begannen wir beim Morgengebet den neuen Tag. Wir schauten dankbar auf unsere gemeinsamen 25 Jahre und gedachten auch aller lieben Verstorbenen unseres Kreises.

Anschließend besuchten wir ein Bergwerk. Wir erfuhren, wie das Erz früher gefördert worden war und dass Pferde die Förderanlage antrieben, deshalb der Name „Pferdegöpel“, eine geniale Erfindung der Bergleute vergangener Zeiten! Oben auf dem Bild stehen wir vor dem Gebäude, in dessen kegelförmigen Teil die Pferde ständig im Kreis liefen, um den Göpel anzutreiben.

Nachmittags führte uns eine Wanderung zum Auersberg, dem Hausberg von Johanngeorgenstadt, wo es ein lustiges  „Riesenwindbeutelessen“ gab. Beim Abstieg freuten wir uns schon auf den „Geselligen Abend“, der mit vielen Liedern, Wortspielen, Quiz und Gesprächen allen sehr gefallen hat.

Empore in der AnnenkircheAm dritten Tag fuhren wir nach Annaberg. Ein sachkundiger und auch verschmitzt erzählender Kirchenführer machte den Besuch der spätgotischen Annenkirche von 1512 zum Erlebnis. Neben ihren vielen Kostbarkeiten ragten besonders die blumenartigen Gewölberippen und die Farbtafeln der Emporen hervor. Ein Bildkünstler hat die Dekadenabschnitte der Lebensläufe von Männern und Frauen feinsinnig mit Tierbildern verglichen: Eine 50-jährige Frau erhielt beispielsweise das Symbol „Gans“, ihre Flügel können beschützen, ein 60-jähriger Mann das eines „Esels“, er trägt die Last der Familie, wenn auch manchmal etwas starrköpfig. Das gläubige Denken unserer Vorfahren war für alle beeindruckend.

Zu Mittag beteten wir gemeinsam mit unserem ehemaligen Kaplan, Herrn Pfarrer Schumann, in der katholischen Pfarrkirche zu Annaberg. Nach dem Essen im Ratskeller ging es leider schon wieder nach Hause. Ein herzliches Dankeschön allen Organisatoren, Gastgebern und Referenten, die uns diese schönen Tage erleben ließen!

 

Jahresfahrt 4. - 6. Mai 2011 nach Hohenstein-Ernstthal

In diesem Jahr nahmen 26 Mitglieder unseres Familienkreises an der Fahrt teil, und wir waren wieder alle froh, schöne Urlaubstage in Gemeinschaft erleben zu können. Untergebracht waren wir im Bethlehemstift, einem nach der Wende großzügig erneuerten Erholungs- und Seniorenheim des Diakonischen Werkes.  Die Häuser stehen in einem parkähnlichen Garten, eingebettet in die wunderschöne Umgebung des Hüttentales von Hohenstein-Ernstthal. Alles ist hell,  geschmackvoll und auch behindertengerecht – einfach zum Wohlfühlen. Besonders erwähnenswert ist die Kapelle. Zwei Wände nimmt ein leicht transparentes farbiges Fenster ein, das den Blick auf die Landschaft gestattet ohne ablenkend zu wirken. Hier trafen wir uns zu den Andachten und konnten wirklich beten. Das  Bethlehemstift wurde bereits 1890 von Gustav Adolph Siebenhaar als Kinder- und später auch als Müttergenesungsheim gegründet. Während der Weltkriege diente es als Lazarett, während der DDR-Zeit als Bildungsstätte und Altenheim.

Für den ersten Nachmittag gab es keine gemeinsame Veranstaltung. Es fanden sich aber schnell kleinere und größere Gruppen, die die Umgebung erkundeten. Am Abend hörten wir einen sehr interessanten Vortrag von Superintendent Karl-Heinz Düring über Philipp Melanchthon (1497-1560). In seiner tiefen Frömmigkeit erkannte Melanchthon die Reformbedürftigkeit der Kirche. Er wollte die Missstände in Frieden und Eintracht ändern und fand letztendlich durch seine ökumenische Gesinnung auf beiden Seiten wenig Verständnis.

Am Donnerstag erfuhren wir viel Interessantes über den Ort Hohenstein-Ernstthal, über Karl May und die aktuelle Situation der nur noch 14.000 Einwohner. Die dominierende Textilindustrie ist nach der Wende verschwunden, die Arbeitslosenquote beträgt 10%. Reiche Erzfunde hatten Ende des 15. Jahrhunderts zur Gründung der Bergstadt Hohenstein geführt. Heute existieren noch etwa 50 alte Schächte. Um der Pestansteckung zu entgehen, zogen etliche Einwohner vor die Tore der Stadt und gründeten 1687 die neue Stadt Ernstthal. Erst 1898 vereinigten sich Hohenstein und Ernstthal. Die große Attraktion des Ortes, der alte, 1927 gebaute Sachsenring, führte mitten durch die Stadt. Dadurch gab es häufig Unfälle. Auf der nun neuen, vom öffentlichen Verkehr abgetrennten, jedoch nur 3,7 km langen Strecke für Motorräder und Rennwagen werden seit 1998 wieder Weltmeisterschaftsrennen ausgetragen.

Der Abend gehörte ganz der Geselligkeit, er förderte die Zusammengehörigkeit und fand bei allen Teilnehmern wieder großen Anklang.

Am Freitag feierten wir in der wunderschönen modernen Kirche St. Pius X. mit Pfarrer Schlamber die Hl. Messe. Die Kirche wurde 1996 in glatter Sichtbetonweise erbaut.
Das Terracotta-Rot der Wände soll an die lehmhaltige rote Erde der Region erinnern.
Besonders markant ist das große omegaförmige Fenster um das Hauptportal.

Als Abschluss der Fahrt besuchten wir die „Miniwelt“ in Lichtenstein und sahen viele bedeutende Bauwerke  aus aller Welt im Kleinformat. Die drei Tage waren erholsam, besinnlich und informativ, doch leider viel zu schnell vorbei.