Jahr des Glaubens

Schweigen in den deutschen Bistümern

Bereits im Oktober des vorigen Jahres hatte Papst Benedikt XVI das Jahr des Glaubens ausgerufen, das am 12. Oktober dieses Jahres (2012) feierlich eröffnet werden soll. (s. porta-fidei) Zum 6. Januar 2012 veröffentlichte die Kongregation für die Glaubenslehre eine Arbeitshilfe dazu. Diese Arbeitshilfe legt für alle Ebenen von der Weltkirche bis zu den Gruppen und Vereinigungen einzelner Gläubiger dar, um was es bei diesem Jahr des Glaubens gehen soll und wie jeder auf jeder dieser Ebenen sich daran beteiligen kann.

Es gibt zwei zentrale Anliegen:

  1. ein freudiges und aufrichtig begeistertes Zeugnis des Glaubens für andere zu geben, und dazu geeignete Formen und Anlässe zu suchen
  2. den eigenen Glauben zu vertiefen und auf gute Fundamente zu setzen, insbesondere durch intensive Beschäftigung mit dem Katechismus der Katholischen Kirche und den Konzilsdokumenten

und das natürlich im besonderen Bemühen um ein intensives Gebetsleben und ein Leben mit den Sakramenten, insbesondere Eucharistie und Bußsakrament.

Kurzum, dieses Jahr des Glaubens, das einer gesamtkirchlichen Erneuerung dienen soll, bedarf einer sorgfältigen, gründlichen und frühzeitigen Vorbereitung, um möglichst viele der Gläubigen dazu befähigen, daran ernsthaft teilzunehmen.

Nur, es ist bereits Februar. Ein Monat nach der Arbeitshilfe, vier Monate seit der Veröffentlichung von Porta Fidei. 8 Monate, bis es ernst wird, und in diesen 8 Monaten liegt die lange Sommerferienpause.

Bisher keine Vermeldung in den Pfarreien.

Keine vorbereitende Artikelserie in der Kirchenzeitung.

Keine Broschüren mit dem Text von Porta Fidei und der Arbeitshilfe, die seitens der Bischofskonferenz zur Verfügung gestellt werden, um sie den Verantwortlichen und Interessierten zu geben. Keine offizielle Internetseite, die auf die Schlüsseldokumente verweist, die Notwendigkeit des hier Beabsichtigten erläutert, dazu aufruft, der Bitte des Heiligen Vaters nachzukommen oder gar auf Materialien verweist, mit denen eine Verwirklichung des Erbetenen erleichtert wird. Keine fördernden Stellungnahmen von DBK oder (hätte ja mal sein können) ZdK. Nichts in vielen Bistumsamtsblättern. (Im Internet findet sich da bisher nur das Amtsblatt des Bistums Regensburg vom 23. Januar.)

Sicher wird, wenn es dann soweit ist überall ein Eröffnungsgottesdienst im Dom stattfinden, zu dem ausgewählte Gäste geladen sind. Und sicher werden ein paar ohnehin geplante Veranstaltungen zu etwas umgetauft werden, das dem Jahr des Glaubens zu entsprechen scheint. Sicher wird es auch die eine oder andere mehr oder weniger intensive Bemühung geben, etwas Passendes zu organisieren, wenn es soweit ist.

Aber werden wir uns darüber klar: wenn nicht sehr bald etwas geschieht, wird der Erfolg des Jahres des Glaubens allein von den Einzelpersonen abhängen, die begreifen, welche Möglichkeit sich hier eröffnet, denen die Evangelisation ein wirkliches Anliegen ist und die ihre Kräfte genau auf das fokussieren werden, was der Heilige Vater erbittet.

Die großen Räder im Getriebe Kirche, die es eigentlich zu uns Laien hin übersetzen sollten, stehen still. Aber wenn genug kleine Räder sich gegen alle Widerstände in Bewegung setzen, hunderte, tausende winziger Rädchen, die sich Millimeterbruchteile voran, dann setzen sich vielleicht auch die größeren Zahnräder in Bewegung.

Es liegt jedoch an uns. An dir, an mir, ob dieses Jahr des Glaubens ein Jahr wird, in dem der Glaube aufblüht oder ob es sein wird, als wäre es nie gewesen.

http://www.dsp.at/bischoefe/kueng/predigt_detail.php?links=22052012132239

http://www.jahrdesglaubens.de/