Fastenzeit 2019

 

 „Mit dem Himmel beschenkt“ – unsere Familiengottesdienste in der Fastenzeit

Wie jedes Jahr sind vor allem unsere Kinder und Familien eingeladen, in der Fastenzeit einen gemeinsamen geistlichen Weg zu gehen. In den Familiengottesdiensten an den Sonntagen jeweils 9.00 Uhr wollen wir miteinander nachspüren, was es bedeutet, „Mit dem Himmel beschenkt“ zu sein: „Gott schenkt Stärke“, „Gott schenkt Gemeinschaft“, „Gott schenkt seine Nähe“, „Gott schenkt Liebe“ und „Gott schenkt Vergebung“ – so lauten die fünf Themen, mit denen wir auf dem Weg zum Osterfest in unserer Gemeinde unterwegs sein werden.

 

„Beseelter Kopf“ – Fastenessen und Geistlicher Nachmittag 

Wir laden herzlich ein zum Fastenessen und zu unserem diesjährigen Geistlichen Nachmittag am 4. Fastensonntag, dem 31. März 2019. 

Nach den Vormittagsgottesdiensten (9.00+10.30 Uhr) findet zunächst 12.30 Uhr im Pfarrsaal unser alljährliches Fastenessen statt, für welches dankenswerterweise der „Halbkreis“ zusammen mit Firmbewerberinnen die Fastensuppe kochen wird. Die dabei erbetenen Spenden sollen in diesem Jahr zur Finanzierung des für September geplanten Besuches von Gemeindegliedern unserer Partnergemeinde in Marx/Russland bei uns in Dresden beitragen. Die Spendenidee beim „Fastenessen“ bezieht sich auf ungefähr das, was man im Vergleich zu einem normalen Sonntagsessen spart.

Gegen 13.30 Uhr gibt es im Pfarrsaal einen Stehkaffee.

Ebenfalls im Pfarrsaal beginnt 14.00 Uhr dort der Geistliche Nachmittag. Unser Gast ist der ehemalige Verleger Horst Baubkus, der autodidaktisch malt und schreibt.  Sein großes Thema ist die Suche nach der unfassbaren Gegenwart Gottes in der Wirklichkeit unserer Welt. Die „Selbstvorstellung“ Gottes am brennenden Dornbusch (Exodus 3), der unaussprechliche Gottesname, ist dabei ein Grundmotiv: „ICH WERDE DASEIN WIE ICH DASEIN WERDE“. In seinen farbigen Bildern spürt er im „Dasein“ unserer Welt dem „Heiligen Dasein“ nach. In – bedingt durch seine Maltechnik – oft zufällig gewordenen Formen entdeckt er die Vielfalt der Geschichten unseres Daseins, die vom Betrachter selbst entwickelt werden können. Unser Dasein in seiner unendlichen Vielfalt lässt die Unfassbarkeit Gottes erahnen. Sie weisen hin auf sein Thema: „ICH WERDE DASEIN WIE ICH DASEIN WERDE“. 

Der Künstler wird uns an diesem Nachmittag anhand einiger seiner Bilder – eines davon trägt den Titel „Beseelter Kopf“ – an dieser Suche Anteil geben und gleichzeitig zum Austausch über die Bilder und die dahinter liegende Wirklichkeit einladen.

Der Geistliche Nachmittag endet zwischen 15.00 und 15.30 Uhr mit Gebet und Segen im Pfarrsaal.

 

 Ein „Kreuz-Weg“ durch unsere drei Gemeinden

In manchen Jahren war es in der Johannstädter Gemeinde ein Kreuz, in diesem Jahr wird es in unserer ganzen VG eine namenlose Figur sein, welche in der Fastenzeit von Haushalt zu Haushalt wandert: Man bringt sie abends zu einer vereinbarten Zeit zur nächsten Familie, Einzelperson oder Gruppe, hält (mit Hilfe eines Begleitheftes) miteinander eine kurze Andacht, und am nächsten Abend bringen diese Empfänger sie in der gleichen Weise zu den Nächsten. Neben der Anregung zu gemeinsamem Beten und einer Vernetzung untereinander steht die „namenlose Figur“ in diesem Jahr besonders auch für unser geistliches Suchen nach dem Namen, nach dem Patrozinium unserer zukünftigen Pfarrei. In unserer Zschachwitzer Gemeinde findet dieser „Kreuz-Weg“ vom 31. März bis zum 6. April statt. Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

 

 Segensfeier für Menschen, die von Krankheit und Leid persönlich, beruflich und als Angehörige oder Ehrenamtliche berührt sind 

Auf Initiative von in der Krankenhausseelsorge Tätigen findet am Mittwoch, dem 3. April, 17.00 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche eine  ökumenische Segensfeier für Menschen statt, welche auf vielfältige Weise von Krankheit und Leid berührt sind, sei es persönlich, sei es als Angehörige Leidender, sei als Ehrenamtliche in den unterschiedlichsten Bereichen oder sei es im beruflichen Kontext. Eingeladen sind Menschen unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit – das Angebot richtet sich bewusst auch an nichtreligiöse Menschen. Die Segensfeier lehnt sich an die liturgische Form eines Vespergottesdienstes an, ist aber so offen gestaltet, dass Menschen mit und ohne Konfession sich darin einfinden können. Musikalisch wird die Feier vom ökumenischen Orchester Johannstadt gestaltet. Anschließend gibt es die Gelegenheit, sich persönlich segnen zu lassen und ebenso die Einladung zu Austausch und Gespräch.

 

 

 Kapellknaben zu Gast in unserer Gemeinde

In diesem Jahr schwärmen die Dresdner Kapellknaben in kleinen Gruppen aus und besuchen so die verschiedenen Dresdner Gemeinden. So werden am 5. Fastensonntag, dem 7. April, auch bei uns 4 Kapellknaben unseren Familiengottesdienst 9.00 Uhr musikalisch mitgestalten. Anschließend gibt es die Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch mit der Gemeinde. Dies ist auch eine Gelegenheit für Familien mit Kindern, welche sich mit der Frage tragen, ob das Mitsingen in diesem berühmten Chor vielleicht auch etwas für sie sein könnte, aus erster Hand etwas darüber zu erfahren.

 

 

Miteinander auf der Suche nach dem Patrozinium unserer zukünftigen Pfarrei

Um einen Namen, der ausdrückt, was wesentlich ist, geht es in diesem Jahr in den drei Gemeinden unserer Verantwortungsgemeinschaft: Wir werden zusammen mit unserem Bischof einen Namen für unsere zukünftige gemeinsame Pfarrei suchen. Diesen Namen wird diese dann ab ihrer Gründung am 7. Juni 2020 tragen. 

Unsere Kirchen und zukünftigen Ortsgemeinden werden natürlich weiterhin ihre bisherigen Namen behalten: „Herz Jesu“, „Mariä Himmelfahrt“ und „Heilige Familie“. Die Suche nach einem neuen gemeinsamen Namen ist deshalb notwendig, um zukünftig Verwechslungen zwischen der Pfarrei und den einzelnen Gemeinden zu vermeiden.

Der Fachbegriff für den Namen einer Pfarrei oder Kirche lautet „Patrozinium“. Darin steckt das Wort „Patron/Patronin“ – gemeint ist eine Person, welche für die betreffende Gemeinschaft eine besondere Bedeutung hat; meist sind dies Heilige. Es gibt aber auch sogenannte „Ideenpatrozinien“ – dann ist eine bestimmte Glaubensaussage oder ein Glaubensgeheimnis der Namensgeber; dies trifft z.B. auf alle drei Patrozinien unserer aktuellen Pfarreien zu. Aus diesem Grund bittet Bischof Heinrich Timmerevers uns, als gemeinsamen Namen nicht ein weiteres „Ideenpatrozinium“ zu wählen, sondern nach der Person eines bzw. einer Heiligen zu suchen, welche in ihrer Art christlichen Lebens besonders für das steht, was uns hier gemeinsam wichtig ist. 

Ein „Patrozinium“, ein gemeinsamer Name, steht dauerhaft für eine gemeinsame Identität. Deshalb ist mit der Suche nach diesem Namen auch eine Suche und ein Austausch darüber verbunden, was denn eigentlich die gemeinsame Identität unserer zukünftigen gemeinsamen Pfarrei ist. Sich darüber Gedanken zu machen und miteinander darüber ins Gespräch zu kommen sind alle herzlich eingeladen!

Anhaltspunkte für eine gemeinsame Identität unserer gemeinsamen Pfarrei können die in den vergangenen zwei Jahren bereits miteinander gefundenen Grundsatztexte bieten – unser biblisches Leitwort und unser biblisch-begründeter Auftrag:

  • Unser biblisches Leitwort lautet: 
    • „Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“ (zusammengesetzt aus Röm 15,7 und Mt 5,14)
  • Unser biblisch-begründeter Auftrag lautet:
    • Dankbar nehmen wir wahr, dass es im Raum unserer Verantwortungsgemeinschaft viele junge Familien, Kinder und Jugendliche gibt. Darin erkennen wir als unseren Auftrag von Gott, den Kindern und Jugendlichen eine Verwurzelung in Glaube, Gemeinde und Kirche zu ermöglichen und religiöse Bildung anzubieten.
    • Dankbar nehmen wir wahr, dass es im Raum unserer Verantwortungsgemeinschaft vielen Menschen gut geht. Gerade deshalb erkennen wir als unseren Auftrag von Gott, als Kirche für die Menschen da zu sein, die sich in Not- oder Krisensituationen befinden.
    • In der Erfüllung dieses Auftrags gilt es, Bewährtes zu erhalten und in der Offenheit nach außen weiterzuentwickeln.

Es wird sicher eine spannende Suche in Geschichte und Gegenwart der Kirche, welche Personen als Heilige mit ihrem Leben und Wirken für das stehen, was uns gemeinsam wichtig ist.

Für den Such- und Findungsprozess haben unsere drei  Pfarrgemeinderäte mit dem Bischof folgende Schrittfolge vereinbart:

  • Bis zum Ostersonntag können Vorschläge für das zukünftige Patrozinium eingereicht werden (an die Pfarrbüros bzw. in die Vorschlagsboxen in den Kirchen). Dies kann durch Einzelpersonen ebenso wie durch Gruppen der Gemeinden geschehen und ebenso auch durch die Kirchlichen Orte unserer VG.

Bei dieser Vorschlagsphase ist nicht entscheidend, wie oft ein Vorschlag genannt wurde, sondern wie gut die Begründung ist.

Deshalb sollen für die Einreichung der Vorschläge die in unseren Kirchen ausliegenden und auch auf der gemeinsamen Internetseite zu findenden Vorschlagszettel genutzt werden. Auf diesen Zetteln sind auch alle notwendigen Angaben zu finden, ebenso ein Überblick über das weitere Verfahren und auch eine Liste von nicht möglichen Patrozinien. Nicht mögliche Patrozinien sind z.B. alle Namen, welche es in Dresden schon einmal bei einer katholischen oder evangelischen Kirche oder Gemeinde gibt oder die schon genannten „Ideenpatrozinien“.

  • Nach Ostern werden unsere drei Pfarrgemeinderäte alle eingegangenen Vorschläge sichten und am 16.5. in einer gemeinsamen Sitzung über die Vorschläge entscheiden, welche in die engere Wahl kommen. 
  • Diese werden anschließend dem Bischof mitgeteilt mit der Frage, welche davon aus der Sicht des Bistums zustimmungsfähig sind.
  • Über die verbleibenden Vorschläge sind unsere drei Gemeinden am 29./30. Juni zur Abstimmung eingeladen; eine Briefwahlmöglichkeit gibt es ab 15. Juni. Der Siegervorschlag muss mehr als 50 % der Stimmen auf sich vereinen; ggf. gibt es nach den Sommerferien noch eine „Stichwahl“.
  • Das Ergebnis wird als unser Votum dem Bischof mitgeteilt, welcher daraufhin seine abschließende Entscheidung trifft.

Es kommt nur selten vor, dass Gemeinden die Möglichkeit haben, auf eine solche Weise einen gemeinsamen Namen zu suchen und dabei ihrer Identität, ihres Wesens gewahr und bewusst zu werden. Dass wir diese Chance haben, ist eine Freude und eine Herausforderung zugleich. Und bei allem Nachdenken, Diskutieren, Klären und Abstimmen ist das Hören auf die „Stimme aus dem Himmel“ ganz wichtig, die Offenheit dafür, was Gott uns als Gemeinden sagt und bei welchem Namen Er uns rufen möchte.

                  Pfarrer Michael Gehrke