Pfarreineugründung am 7.6.2020 – Neues vom Weg der Gemeinden unserer Verantwortungsgemeinschaft

„Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“ – unter diesem aus Röm 15,7 und Mt 5,14 zusammengesetzten biblischen Leitwort sind wir als die Pfarrgemeinden von Zschachwitz, Striesen und Johannstadt zusammen mit 17 Einrichtungen und Initiativen in katholischer oder ökumenischer Trägerschaft im Dresdner Südosten seit September 2017 ausdrücklich gemeinsam unterwegs, mit längerer Vorgeschichte und natürlich auf vielfältige andere Weise auch mit unseren evangelischen Nachbargemeinden.

 

Für die Pfarrgemeinden der aktuell 34 Verantwortungsgemeinschaften unseres Bistums steht im Rahmen dieses größeren gemeinsamen Weges in den kommenden zwei Jahren jeweils auch eine Veränderung der äußeren Struktur an: Die bisherigen Pfarreien werden bis 2020 aufgehoben und aus ihnen wird jeweils eine neue größere Pfarrei gegründet. Diese ist nicht mehr wie bisher mit einer Ortsgemeinde identisch, sondern die zukünftigen größeren Pfarreien werden jeweils das juristische Dach für die Ortsgemeinden bilden; auf der größeren Pfarreiebene wird z.B. die immer komplexer werdende Verwaltung gebündelt und der Einsatz der Priester und Gemeindereferent/innen koordiniert. Das gemeindliche und gottesdienstliche Leben wird weiterhin primär auf der Ebene der bisherigen Pfarrgemeinden, also der künftigen Ortsgemeinden, stattfinden.

Für unsere drei Pfarreien „Herz Jesu“ Johannstadt, „Mariä Himmelfahrt“ Striesen und „Heilige Familie“ Zschachwitz ist in Abstimmung zwischen unserem Bischof und den drei Pfarrgemeinderäten der 7. Juni 2020, der Dreifaltigkeitssonntag jenes Jahres als Gründungstag festgelegt worden. An diesem Sonntag wird Bischof Timmerevers mit uns in einem festlichen Akt diese Neugründung vollziehen.

Bis dahin sind eine Reihe konkreter Schritte notwendig, welche ich hier einmal in groben Zügen beschreiben möchte:

Ab 1.9.2018 wird für unsere drei Pfarreien eine neue Gottesdienstordnung eingeführt, welche der Tatsache Rechnung trägt, dass von da ab nur noch zwei Priester zur Verfügung stehen (siehe eigene Beiträge in diesem Heft).

Gleichzeitig beginnt die Vorbereitung unseres gemeinsamen Antrags zur Pfarreineugründung an den Bischof, in welchem wir als die Gemeinden der VG unsere diesbezüglichen Vorstellungen artikulieren:

  • Zu entscheiden ist zunächst, welche der drei gegenwärtigen Pfarrkirchen die Pfarrkirche der zukünftigen Gesamtpfarrei wird. Darüber verständigen sich die drei Pfarrgemeinderäte im Herbst dieses Jahres nach einem Vorschlag der VG-Steuerungsgruppe.
  • Anfang 2019 werden wir in einem gemeindeoffenen Findungsprozess das Patrozinium der zukünftigen Pfarrei suchen, also ihren Namen. In ihrer gemeinsamen Sitzung am 25. Mai dieses Jahres haben die drei PGR bereits die Grundsatzentscheidung getroffen, dass der Name der zukünftigen Pfarrkirche nicht auch der Name der Gesamtpfarrei sein soll, um Verwechslungen mit der ja weiter bestehenden gleichnamigen Ortsgemeinde zu vermeiden. Die konkreten Rahmenbedingungen dieser Patroziniumssuche werden noch bekannt gegeben.
  • Die Entscheidung über die Pfarrkirche, das Patrozinium und andere Modalitäten trifft Bischof Timmerevers gegen Ende des Jahres 2019 aufgrund unserer Vorschläge.

Sowohl die Pfarrgemeinderäte wie auch die Kirchenräte und ebenso die drei Pfarrsekretariate werden im Laufe des Jahres 2019 viele praktische Abstimmungen zu treffen haben; das Gleiche gilt auch für Dienstgruppen, wo eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit sinnvoll ist (z.B. bei den Verantwortlichen für die Webseiten oder die Gemeindebriefe). Da die neue Pfarrei ab 7.6.2020 die Gesamtrechtsnachfolge der drei bisherigen Pfarreien im Hinblick auf sämtliche Eigentums- und Vertragsverhältnisse antritt, wird vor allem im Frühjahr 2020 viel verwaltungsmäßige Kleinarbeit anstehen.

Im Zusammenhang damit, dass die drei Ortsgemeinden auch weiterhin der wesentliche Ort des normalen Gemeindelebens sein werden, soll es auch in Zukunft in jeder der drei Gemeinden ein eigenes Pfarrbüro geben.

Pastoral ist geplant, dass es auch zukünftig in jeder der drei Ortsgemeinden eine eigene Erstkommunionvorbereitung und -feier, eine eigene Firmvorbereitung und -feier sowie je eine eigene RKW geben wird; ebenso werden alle Gruppen und Kreise weiter in der gewohnten Form bestehen bleiben. Darüber hinaus wird sich natürlich auch so manches Neue entwickeln.

Mit dem Ablauf des 6. Juni 2020 werden die bisherigen drei Pfarreien juristisch zu bestehen aufhören und in der neuen Großpfarrei aufgehen. Diese bildet dann das organisatorisch-rechtliche Dach für die weiter bestehenden drei Ortsgemeinden.

Im Herbst 2020 endet die bis dahin verlängerte Amtszeit aller gegenwärtigen Pfarrgemeinderäte unseres Bistums. Die Ortsgemeinden wählen dann jeweils neu ihre „Ortsgemeinderäte“ (die genaue Bezeichnung steht noch nicht fest). Diese delegieren jeweils 3-4 ihrer Mitglieder in den gemeinsamen Pfarreirat, welchem auch das Pastoralteam und Vertreter/innen der Kirchlichen Orte angehören werden.

Diese großen Linien werden in den kommenden zwei Jahren in ganz vielen praktischen Dingen konkret ihren Niederschlag finden. Wir möchten als Verantwortliche diesen Weg der Neugestaltung unserer äußeren Strukturen möglichst transparent und kommunikativ gestalten. Bitte fragen Sie bei Unklarheiten auch selber die Mitglieder der Räte oder uns Priester und Gemeindereferentinnen an – und gestalten Sie aktiv diesen unseren Weg in die Zukunft mit!

Aber gleichzeitig soll uns alles Ringen um konkrete äußere Dinge nicht den Blick darauf verdecken, worauf es eigentlich ankommt, und was unser biblisches Leitwort als Auftrag Gottes an uns gut auf den Punkt bringt: „Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“

  Pfarrer Michael Gehrke