Ankündigung aus Saratow

Saratow, den 20. Dezember 2017

 

Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!

Habt Ihr (und: haben Sie) eventuell noch ein wenig Zeit zum Lesen für das, was nach den Weihnachtsgrüßen kommt? Wenn nicht die Engel auf den Hirtenfeldern nahe Betlehem die Urheberrechte dafür hätten, würde ich dort im Anschluss mit den Worten beginnen: „Seht, ich verkünde Euch eine große Freude!“

Das Wichtigste aber zuerst: Euch und Ihnen allen, die das Jahr über mit uns verbunden waren durch schriftliche Kontakte oder gar Besuche, durch Interesse und Gebet, durch Rat und Tat, durch Spenden … möchte ich zu Weihnachten die Berührung von Himmel und Erde im je eigenen Herzen wünschen. Gottes Nähe, Gottes Frieden – Euch und Ihnen allen

Und nun zum angekündigten Zusatz:

Mit großer Wahrscheinlichkeit steht den Priestern und Ordensleuten meines Bistums im Frühjahr 2018 etwas sehr, sehr schönes bevor. Jedes Jahr halten wir eine sogenannte Pastoralkonferenz. Sie dient der Weiterbildung, bzw. der gemeinsamen Arbeit an aktuellen Themen, aber auch dem Austausch, der gegenseitigen Stärkung im Dienst, dem gemeinsamen Gebet und – ein wenig – der Erholung. Das ist von großer Wichtigkeit in einer Diaspora, in der man Hunderte Kilometer fahren muss, um in die Nachbarpfarrei zu gelangen. Darum muss ich immer wieder gut aussuchen, wo dieses Treffen stattfindet.

Eine Kirche sollte „in der Nähe“ sein, so dass wir die tägliche Eucharistie nicht in der Kantine eines Ferienlagers feiern müssen. Und allzu teuer darf es natürlich auch nicht sein. Häufig trafen wir uns deshalb ganz in der Nähe von Marx, wo ich einst Pfarrer war. Dort gibt es ein ganz einfaches Ferienlager, das im Frühjahr noch nicht von anderen gebraucht wird. Wir sind gern dort, auch wenn in den großen Schlafräumen die Steckdosen fehlen und die WC‘s mit ihren halbhohen Saloon-Türen an Wildwest-Filme erinnern.

Manchmal suche ich etwas Besseres, um für den selbstlosen Dienst unserer Seelsorger und Schwestern zu danken, aber auch, um zu motivieren, denn fast alle sind Ausländer. Eines Tages kehren sie heim. Je später, desto besser! Darum fanden 4 von 19 bisherigen Pastoralkonferenzen im Ausland statt. Das war teilweise sogar billiger als in Russland. So, nun steht uns die 20. Pastoralkonferenz bevor. (Das heißt u.a.: Ich bin im kommenden Jahr schon 20 Jahre Bischof.) Ein Motivationsschub scheint angebracht. Und zum Danken gibt es auch viel Grund. Darum kam mir der verträumte Gedanke, mit meinen ca. 40 Priestern und 60 Schwestern zur Pastoralkonferenz in mein Heimatbistum zu fahren. Vielleicht könnten wir sogar eine heilige Messe in der Dresdner Hofkirche feiern. Dort wurde ich vor 30 Jahren (1988) zum Priester geweiht. – Verrückt?

Ich befürchtete Unverständnis für so eine Idee, bis hin zum (natürlich höflich deutsch ausgedrückten) Vorwurf der Unverschämtheit. Auf mein zaghaftes Anklopfen jedoch, kam ein deutliches „Ja.“ und schon zwei „Willkommen!“ Inzwischen sind Unterkunft und Mahlzeiten abgesichert, geschenkt, dank Bischof und Caritas! Und am Sonntag, den 29. April um 10.30 Uhr sind wir alle 100 zur Heiligen Messe in die Dresdner Kathedrale (Hofkirche) eingeladen.

Warum ich schreibe? Es sind mehrere Gründe. Ersten: Freude teilen. Zweitens: Terminkalender. Vielleicht sehen wir uns an jenem letzten Sonntag im April? Drittens: Noch stehen die Fahrtkosten aus, genauer, die Flugkosten. – Einige Pfarreien aus dem Bistum Sankt Clemens in Saratow haben Partnergemeinden im Bistum Dresden-Meißen. Könnten die „ihren“ Leuten vielleicht helfen? Gibt es weitere Gruppen, Kreise, „Paten“, die die Reisekosten für eine Schwester oder einen Priester übernehmen würden? (Ich könnte Namen, Herkunft und genauen Kostenaufwand mitteilen. Pro Person werden 250 bis 450 Euro gebraucht, vermute ich, wobei der Weg nach Moskau teurer ist, als dann „der Rest“ bis nach Dresden oder Prag.) Renovabis kann solche Unternehmungen leider nicht unterstützen, wegen des Veranstaltungsortes im Ausland, s.o.

Ob es noch eine offizielle Begegnungsmöglichkeit nach der Sonntagsmesse am 29. April gibt, bei der wir das Bistum sehr lebendig vorstellen könnten, ist noch unklar. Aber die Partnergemeinden und Freunde könnte ich auf jeden Fall an jenem Sonntag „gut gebrauchen“. Mit einer Gruppe von 100 Leuten Dresden anschauen, ist nicht ratsam, vermute ich. Vielleicht könnten wir uns aufteilen. Schon jetzt weiß ich, dass unsere Kunstfreunde in die hier sehr bekannte Gemäldegalerie möchten. Anderen reicht ein Spaziergang an der Elbe oder (und) eine Bratwurst. Nach ein paar Stunden würden wir uns alle wieder zur gemeinsamen Rückkehr an den Tagungsort (Naundorf, St. Ursula) treffen.

Soweit für heute. Ich hoffe, dass mein Brief eine Chance hatte, trotz der einerseits nicht ganz günstigen Zeit dafür. Andererseits: Wie oben angedeutet: Unser ganzes Bistum in Südrußland freut sich schon auf die Tage im Bistum Dresden-Meißen. Ich hoffe, dass sich auch dort und darüber hinaus viele mitfreuen.

 

Wer mehr erfahren möchte, kann sich melden über

E-Mail:

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(oder meine anderen Adressen)

oder Brief (ca. 14 Tage unterwegs):

Russland, 4100012 Saratow, P.O. Box 1469, Pickel Clemens     (hier kommt der Mensch zum Schluss)

 

Mit ganz herzlichen Grüßen,

Euer (und Ihr)   

 

Clemens Pickel